Unser Leben vor dem Rilke Projekt
Seit 13 Jahren arbeiten Angelica Fleer und Richard Schönherz bereits am Rilke Projekt – ihr Lebenswerk. Doch was haben die beiden Komponisten gemacht, bevor sie sich Rilkes Gedichten widmeten?
Es sind die poetischen Bilder, die Angelica Fleer an Rainer Maria Rilke so liebt. „Er findet Worte für Dinge, die wir nicht benennen können,” erklärt die Komponistin ihre Begeisterung für den Dichter Rilke. Doch es gab auch eine Zeit in ihrem Leben, als der Dichter noch keine Rolle für sie spielte. In den Jahren vor dem Rilke Projekt bestimmte die Musik Angelica Fleers Leben. Sie arrangierte und komponierte Songs für Künstler wie Sally Oldfield und die Rockgruppe BAP. Reiste durch Mosambik, um als Keyboarderin „Wolfgang Niedecken und Complizen” zu begleiten und auch für den Jazz-Pianisten und Sänger Stanislaw Soyka spielte sie Keyboards, war bei seiner Deutschland-Tournee und seinem Auftritt während des Sopot Festival in Polen dabei.
Ihr Soloalbum „Waiting For The Big Rain” veröffentlicht Angelica Fleer 1997 in Deutschland, international wird es unter dem Projektnamen „Yara” verkauft. Ausgangspunkt für „Waiting For The Big Rain” war eine Reise durch Indien, Nordthailand und die Karibik drei Jahre zuvor. Dort spielte Angelica Fleer mit vielen Musikern und kehrte inspiriert zurück.
Ein Album mit starker musikalischer Ausdruckskraft, das sich querstellt gegen die Schnelllebigkeit des MTV-Zeitalters. Zu hören sind namhafte Künstler wie Edo Zanki (Gesang), Ali Neander (Gitarre), Ken Taylor (Bass) und an den Tablas Shyam Kumar Mishra, Professor an der Academy of Performing Arts in Varanasi, Indien.
Nicht nur Kritiker und Publikum sind begeistert von dem Album, auch Richard Schönherz ist beeindruckt. Er hatte Angelica Jahre zu vor in Frankfurt kennen gelernt. „Da ich selbst als Komponist arbeitete, hörte ich der Musik sofort an, wie viel Liebe und Arbeit darin steckt. Mit dieser Frau wollte ich unbedingt zusammenarbeiten”, erinnert er sich.
Er selbst wurde schon in den 70er Jahren durch seine zahlreichen Kompositionen für André Heller bekannt, den er auch auf seinen Konzertreisen begleitet. Unter anderem komponierte Richard Schönherz für ihn „Wer bin ich eigentlich”, „Sei Poet”, „Marilyn Monroe” und „Gut ist’s ein Narr zu sein”. Für das Royal Philharmonic Orchestra in London schrieb er die symphonische Dichtung „Victor”, zweimal komponierte er den österreichischen Beitrag zum „Eurovision Song Contest”.
Weiters komponiert und arrangiert er für WOLFGANG AMBROS, GEORG DANZER, ERIKA PLUHAR, die ORF-BIG BAND und SUPERMAX. 1978 erscheint auf Warner Brothers sein Solo-Album „What A Night“
Zu diesem Zeitpunkt lebt Richard Schönherz seit 19 Jahren in dem Künstlerort Bolinas in Kalifornien, nicht weit von San Francisco entfernt. Zusammen mit dem Gitarristen PETER SCOTT entstehen die beiden Alben „One Night In Vienna“ (Best New Age album of the year in Japan) und „Under A Big Sky.“ Er veröffentlicht zahlreiche Eigenkompositionen sowie Arrangements klassischer Kompositionen von Bach, Chopin und Fauré und anderen Größen bei dem renommierten amerikanischen Label Windham Hill.
Als er Angelica Fleer nach Bolinas einlädt, beginnt sie – die Geschichte des Rilke Projekts.



