Katja Flint
- Schönherz & Fleer über Katja Flint
- Biographie
- Rilke IV: Träume
- Rilke IV: Traumgekrönt
- Rilke IV: Wir Lächeln Leis
Schönherz & Fleer über Katja Flint
Die Gedichtinterpretationen von Katja Flint sind zart und gleichzeitig differenziert, ihre Sprache von großer Ausdrucksstärke – Ganz bewusst haben wir Katja Flint für die „leisen Töne“ ausgewählt, die bei den von ihr interpretierten Rilke –Gedichten Lebenserfahrung und Offenheit zugleich reflektieren. Wir lächeln leis – zusammen mit Sol Gabetta – eine Traumbesetzung.
Biographie
Katja Flint wirkte sowohl in zahlreichen Theaterproduktionen, als auch in Kinofilmen wie Vergeßt Mozart, Die Sieger und Die weiße Massai mit. Insgesamt übernahm sie Rollen in mehr als 70 Filmen. Im Jahr 2000 spielte Flint die „Marlene“ in Joseph Vilsmaiers gleichnamigen Film. Dieser wurde mit dem „Hollywood Film Award“ ausgezeichnet. Für das Fernsehen kreierte sie gemeinsam mit dem Schriftsteller Friedrich Ani und der Regisseurin Nina Grosse die Figur der Privatdetektivin „Franziska Luginsland“. Zusätzlich entwickelte Flint den Filmcharakter „Ginger“ aus Wie krieg ich meine Mutter groß, einer TV-Komödie.
Träume
Track 11
Träume, die in deinen Tiefen wallen,
aus dem Dunkel laß sie alle los.
Wie Fontänen sind sie, und sie fallen
lichter und in Liederintervallen
ihren Schalen wieder in den Schooß.
Und ich weiß jetzt: wie die Kinder werde.
Alle Angst ist nur ein Anbeginn;
aber ohne Ende ist die Erde,
und das Bangen ist nur die Gebärde,
und die Sehnsucht ist ihr Sinn -
(entstanden 1898 in Berlin)
Traumgekrönt
Track 2
Im Schooß der silberhellen Schneenacht
dort schlummert alles weit und breit,
und nur ein ewig wildes Weh wacht
in einer Seele Einsamkeit.
Du fragst, warum die Seele schwiege,
warum sie's in die Nacht hinaus
nicht gießt? - Sie weiß, wenns ihr entstiege,
es löschte alle Sterne aus.
(aus der Gedichtsammlung „Traumgekrönt" entstanden 1896 in Prag)
Wir Lächeln Leis
Track 15
Wir lächeln leis im Abendwind,
wenn sich die Blumen schwankend küssen
und wenn die Vögel müde sind.
Weil wir nicht mit der Sonne müssen,
die breit auf flachen Abendflüssen
aus unsern Wiesentalen rinnt.
Wir bleiben, und wir sehn die Nacht
aufwachsen, weit und Wunder werden,
sehn Berge, Bilder und Gebärden
viel größer als wir je gedacht.
Sehn, was die Blüten nicht ertrügen,
was Vögel erst nach langen Flügen
erreichen würden, stellt sich nah
und was am Morgen schon erstarrt
in Stille ist und Gegenwart,
wir kannten es, als es geschah...
(entstanden 1897 in Wolfratshausen)
Rilke Projekt IV – „Weltenweiter Wandrer" - Track 15
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